Sprüche aus dem Mittelalter


Heute haben wir täglich viele Sprüche drauf. Aber eine große Anzahl unserer coolen Sprüche haben ihren Ursprung im Mittelalter. Hier nun ein paar ausgewählte Beispiele und ihre mittelalterlich Bedeutung.


„Du führst doch etwas im Schilde!“

Dies ist eine Vermutung, das der Andere etwas plant, wovon Keiner etwas wissen soll. Diese Redewendung ist daraus entstanden, dass feindliche Ritter hinter ihrem Schild etwas verbergen konnten.

" Einem etwas anhängen " 

Stammt aus dem Rechtsgebrauch des Mittelalters. Man hängte Gotteslästerer, Schmäher, zänkische Weiber als ehrlose Menschen einen Lasterstein oder Klapperstein um und ließ sie durch die Stadt oder um das Rathaus schleppen. Trunksüchtige Weiber wurden zum Tragen von Schandflaschen verurteilt. Auf dem Scheiterhaufen wurde eine Tafel um den Hals gehängt worauf die Ursache der Verurteilung stand.

„Dir mache ich Feuer unter den Hintern!“

Androhung einer Strafe bei Langsamkeit. Das Feuer unter dem Hintern gab es im MA tatsächlich. Allerdings war dies ein Sitzfass,das mit heißen Steinen gefüllt war und zur Wärmung diente.

" Einen harten Bissen zu kauen haben "

Es war ein Biss mit dem ein Gottesurteil gefällt wurde. Dem Beschuldigten wurde ein Stück Brot oder Käse in den Mund gestopft, konnte er es schlucken, war es ein Beweis seiner Unschuld. Blieb er im Hals stecken, so galt man als schuldig und der Erstickungstod war eine gerechte Strafe.

„Das passt mir nicht in den Kram!“

Es gefällt nicht. Diese Redewendung hat ihren Ursprung im Handel des Mittelalters. Die Waren der Mittelalterhändler nannte man Kram. Passte ein Artikel nicht ins Angebot, passte es nicht in seinen Kram.

" Einem auf´s Dach steigen "

War eine Strafe gegen Friedlose, Geächtete und Weiber die ihren Mann schlugen. Den Verbrecher durfte kein Dach schützen, dann war er vogelfrei und die Obrigkeit hatte nun das Recht ihn im Haus zu verhaften. Die Strafe wurde bis in 18 Jh. verhängt.

„Da nahm ich Fersengeld!“

Schnelles Davonlaufen. Im MA wurde das heimliche Verlassen einer Herberge ohne zu Bezahlen als " mit den Fersen bezahlen " genannt. Fersengeld statt Dukaten.

" Unter einer Decke stecken "

Zu einer rechtmäßigen mittelalterlichen Eheschließung gehörte das Zudecken der Jungvermählten. Eltern und Verwandte waren Zeugen dieses Vorganges, somit war es rechtlich.

„Du kannst mir nicht das Wasser reichen!“

Ich bin besser. Das Wasserreichen zum Waschen der Hände bei Tisch war im MA eine niedere Arbeit. Wer „nicht das Wasser reichen durfte“, war es noch nicht einmal wert, den Wasserkrug zu Tisch zu tragen.

" Nicht viel Federlesen machen "

Im Mittelalter galt es als niedrige und kriecherische Schmeichelei, Höhergestellten die angeflogenen Federchen von den Kleidern zu lesen.

„Die Sporen hast du dir verdient!“

Gerechtfertigte Anerkennung. Entstanden ist die Redewendung im Mittelalter, als junge Ritter mit dem Ritterschlag goldene Reitersporen an die Füße geschnallt bekamen. Wenn sie dann in ihr erstes Turnier gewonnen hatten, „hatten sie sich die Sporen endgültig verdient“.

" Hand und Fuß haben "

Mit der rechten Hand wurde das Schwert geführt und mit den linken Fuß setzte der Mann zuerst in den Steigbügel. Das Abhauen der rechten Hand und des linken Fußes war im Mittelalter eine besonders schwere Strafe.

„Ich fühle mich, wie gerädert“

Körperliche Erschöpfung. Im Mittelalter war das Eisenrad ein Folterwerkzeug. Zur Strafe oder um jemanden zum Reden zubringen, wurde er auf das Eisenrad gebunden und geschlagen.

" Am Hungertuch nagen "

Am Mittwoch der Karwoche wurde ein Passionsbild mit einem Tuch verhüllt und herabgelassen. Da es auch genau in die Fastenzeit viel, nannte der Volksmund dieses blaue oder schwarze Tuch Hungertuch.

„Leg’ mal einen Zahn zu!“

Beeilung. Im Mittelalter hingen die Kochtöpfe über der Feuerstelle an einer Hakenleiste mit Zacken bzw. Zähnen, wie bei einer groben Säge. Sollte das Essen im Topf schneller kochen, wurde der Topf an der Hakenleiste einen Zacken oder „Zahn“ tiefer „gelegt“.

" Den Hut abnehmen "

Das Hutabnehmen gilt nach alter Auffassung als Zeichen der Lehenshuldigung. Der Hut Gruß ist ursprünglich eine Demütigung des Untergebenen. Es gilt als besonderes Vorrecht, den Hut in Gegenwart des Herrschers aufbehalten zu dürfen. Nach dem höfischen Brauch des Mittelalters, musste der Lehensmann bei seinem Lehensherrn die Rüstung und die Wehr ablegen. In der bürgerlichen Kultur wurde diese kriegerische Helmsitte auf den friedlichen Filzhut übertragen.


 


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