Geschichte des Weihnachtsfestes

Heute ist Weihnachten weitgehenst ein Fest des Konsums, ein Fest der geheuchelten Gemeinschaft, ein Fest des übermäßigen Genusses. Aber es war nicht immer so.

Die Anfänge

Die Zeit um den 25. Dezember herum, war schon vor der Christianisierung in vielen Kulturen ein Festtag. Als das Christentum auf unseren Planeten Einzug hielt, wollte die Kirche diesen populären Festtermin beibehalten, ihn aber christianisieren. So kam man auf die Idee, das Geburtsfest Christi um diese Zeit zu feiern.
Durch den ersten christlichen Kaiser, Konstantin d. Gr. (um 280 bis 337), wurde im Toleranzedikt von Mailand im Jahr 313 Jesus als Sohn Gottes anerkannt. Im Konzil von Nicäa im Jahr 325 wurde er als wesensgleiche Gottheit legitimiert. Sein Geburtstag wurde schließlich auf den 25. Dezember festgesetzt und in Rom erstmals unter Papst Liberius im Jahr 354 gefeiert. Diese Festlegung auf den 25.12. wurde im Jahr 381 durch Kaiser Theodosius auf dem Konzil in Konstantinopel zum Dogma erklärt. Unter Justinian (483-565) wurde dieser Tag zum gesetzlichen Feiertag ernannt. Das erste Weihnachtsfest in Deutschland wurde erst durch die Synode des Jahres 813 in Mainz legitimiert. ( Heute gehen viele Wissenschaftler davon aus, das Jesus Geburtsdatum in den Juli fällt ).

Weihnacht im Mittelalter

Das Wort "Weihnachten" taucht erstmals im Jahr 1170 auf, wo es der bayerische Spielmann und Spruchdichter Spervogel in einem in mittelhochdeutsch verfassten Gedicht verwendete: "ze den wihen nahten" (in den geweihten Nächten). Das Weihnachtsfest blieb bis ins 14. Jahrhundert im Wesentlichen im klerikalen Rahmen verhaftet. Erste weihnachtliche Brauchformen entstanden, wie das "Kindleinwiegen" und Krippenspiele. Der erste Schritt vom bloßen Grün in den Stuben zum geschmückten Weihnachtsbaum vollzog sich um 1400. Der älteste Bericht zeugt von einem mit Äpfeln, Oblaten, Nüssen und Lebkuchen geschmückten Baum, der im Jahr 1419 von der Zunft der Bäckerknechte in Freiburg i. Br. aufgestellt wurde.
Der Höhepunkt der weihnachtlichen Zeit war das Fest des Hl. Nikolaus ( bis zur zweiten Hälfte des 16. Jh. ). Im Mittelalter ( und bis heute ) wurden in Kirchenspielen die Legenden, die sich um diesen Heiligen ranken, nachgespielt. Zentrale Szenen waren dabei jene Legenden, in denen der Heilige
entweder durch Gaben drei Jungfrauen vor Schande bewahrte oder drei Knaben nach ihrer Ermordung wieder zum Leben erweckte. Daher die enge Verbindung zu Kindern und dem "Amt" des Gabenbringers.
Der Weihnachtsmarkt hieß zu Mittelalterzeiten Krammarkt ( eine Art Jahrmarkt ). Auf diesen Märkten wurden Waren des täglichen Gebrauchs und saisonale Besonderheiten, sprich weihnachtliche Besonderheiten, angeboten.

Nach dem Mittelalter

Nach der Mittelalterzeit, vor allem seit dem 17. Jahrhundert, setzt der Siegeszug des Festes auch im privaten Bereich ein. Vor allem in den bürgerlichen und aristokratischen Kreisen beginnen sich weitere weihnachtliche Brauch- und Dekorationsformen zu entwickeln, die schließlich im 19.Jahrhundert zu einer geschlossenen Erscheinung zusammenwachsen und bis heute das "traditionelle Weihnachtsfest" bestimmen.
So wandelte sich Weihnachten in der Biedermeierzeit, am Anfang des 19.Jahrhunderts, vom religiösen Fest zum Bescher- und Familienfest. Allerdings dauerte es in ländlichen Gegenden zum Teil noch bis zum Ende des Jahrhunderts, bis die Feier des Weihnachtsfests auch in den Häusern der einfachen Familien üblich wurde.

 


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