Wangen - mittelalterliches Kleinod im Allgäu
-  Stadt der schönen Brunnen -

Wangen im Allgäu ist eine Stadt im Westallgäu im Südosten Baden-Württembergs. Sie ist nach Ravensburg die zweitgrößte Stadt des Landkreises Ravensburg und hat ca 28.000 Einwohner. Sie ist eine malerische, sorgfältig restaurierte, ehemalige Reichsstadt mit einem der schönsten Straßenbilder Süddeutschlands.

Kurzer geschichtlicher Abriss

Die Geschichte Wangens „beginnt“ im Frühen Mittelalter. In einer Urkunde des Klosters St. Gallen wird der Ort erstmals im Jahr 815 als „Wangun“ erwähnt.
Das klösterliche Verwaltungszentrum Wangen gewann als Marktort im 12. Jahrhundert eine immer größere Bedeutung. Die weltliche Schutzvogtei über den Klosterort lag im Hochmittelalter bei den Hohenstaufern. König Rudolf I. von Habsburg verlieh Wangen bereits im Jahre 1286 den Status "Freie Reichsstadt". Das Symbol des Adlers für das staufische Kaisertum und das Symbol der Lilie für das fränkische Kaisertum verdeutlichen im Wappen der Stadt auch heute noch diese ehemalige Reichszugehörigkeit.
Gewerbefleiß und Handel stärkten die Wirtschaftskraft der verkehrsgünstig gelegenen Stadt im Mittelalter. Mit der Herstellung und den Export von Sensen und Leinen wurde Wangen zu einer erfolgreichen Außenhandelsstadt.
Aber diese Stadt durchlief auch viele schlechte Zeiten wie z. Bsp. verschiedenen Pestwellen, die große Bevölkerungsteile über Nacht dahinrafften, große Brände in den Jahren 1539, 1793 und 1858 und Kriege wie der 30jährige Krieg.
In Folge der napoleonischen Umwälzungen verlor Wangen im Jahr 1802 seine Unabhängigkeit. Aus der freien Reichsstadt war jetzt eine bayerische Amtsstadt geworden, die 1810 schließlich völlig überschuldet unter die Oberhoheit des Königreiches Württemberg gelangte.
Handwerk und Ackerbau blieben bis ins 19. Jahrhundert die hauptsächlichen Existenzgrundlagen. 1860 begann mit dem Bau einer Baumwollspinnerei die Industrialisierung. Die Weltkriege brachten der Stadt viel Leid und Zerstörung.
Heute ist davon kaum noch etwas zu sehen. Die gesamte Altstadt ist denkmalgeschützt. Als eine der schönsten unter den süddeutschen Altstädten ist Wangen aufgrund seines geschlossenen Gesamtcharakters und durch die  zahllosen authentischen und sachverständig gepflegten Details zu einem liebenswerten Kleinod mit touristischer Anziehungskraft geworden.

Eine ganz kleine Auswahl von Sehenswertem

- Der Pulverturm, ursprünglich auch Wasser- oder Färberturm genannt, wurde Anfang des 15. Jahrhunderts im Zuge der Ummauerung der heutigen Unterstadt errichtet.
- Zunfthausgasse mit dem Zunftwinkel. Sie wurde so genannt, weil hier das Zunfthaus der Weber stand. Das Weberzunfthaus ist neben dem Rathaus der älteste Profanbau der Stadt. Eine Haushälfte stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts (Bohlenbalkendecke von 1342), der eigentliche Zunftsaal der Weber aus dem 15. Jahrhundert.
- natürlich alle Kirchen - und Klosterbauten
- Die Badstube wurde 1589 erbaut. In ihm wurde die damalige Badekultur gepflegt. Dazu gehörten auch das Haar- und Bartscheren sowie der Aderlass durch "Schröpfen".

Stadt der Brunnen

Zirka 25 Brunnen und Figuren laden zu einer Brunnenwanderung durch die Stadt ein. Das Alter der Brunnen umfaßt die Zeit vom Mittelalter bis heute. Besonders hervorheben möchte ich hier den " Wahrheitssucher ", erschaffen von Gisela Steimle und seit 1990 in Wangen zu sehen,
Die lebensgroße Bronze-Skulptur will alle Vorübergehenden und Büchereibesucher dazu ermuntern, ihr Wissen ständig zu ergänzen und so der Wahrheit näherzukommen. Der Stapel der über einem Wangen-Buch aufeinandergelegten Bände umfaßt Werke der Weltliteratur von Humboldt , Sokrates, Platon, Homer und Goethe. Ebenfalls, und das find ich bemerkenswert, befinden sich auf dem Stapel die heiligen Schriften des Islam, der Juden und der Christen. Da kann so mancher Einer, der auf der Suche nach der Wahrheit, nach dem wahren Glauben ist, von lernen.
Der Wahrheitssucher selbst hat das magische Quadrat der aus Pompeij überlieferten Zauberformel aufgeschlagen und sucht ihr bis heute nicht eindeutig geklärtes Geheimnis zu ergründen.

Mein besonderer Tipp

Das Seelen - Mal vor der Martinskirche ist eine Skulpturengruppe. Es erinnert an die Wangener Zeit, als es Brauch war, zu bestimmten Feiertagen Seelenbrote zu stiften und diese über den Gräbern hinaus an die Armen gereicht wurden.
Der Totenschädel steht für das Memento Mori - der irdischen Vergänglichkeit. Die Figurenschalen stehen für das Kommen und Gehen von Menschen. Die Doppelhelix verbindet mit ihren Seelensprossen die irdische und geistige Welt und weist auf Ewiges Leben und Auferstehung hin

          

Ein weiterer Tipp von mir - in den kleinen Seitenstraßen und den verträumten romantischen Gassen gibt es die besten Cafes. Mittwochs ist Markttag. Die Größe dieses Wochenmarktes ist beachtlich.

Wangen ist auf jeden Fall einen Besuch wert, zumal es auch in einer Urlauberregion liegt, und es neben der Stadt selbst noch viele weitere sehenswerte Sachen´zu bewundern gibt.




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