Die Menstruation der Frau


Im Mittelalter galt als selbstverständlich, daß die Frauen synchron mit einer der Mondphasen menstruierten, mensis = Mond und menstruum = Monatsfluß. Die Menstruation wurde auch als Blüte oder Blume bezeichnet, wie der Baum keine Früchte ohne Blüte hervorbringt, so vermag die Frau ohne vorangegangene Menstruation kein Kind zu gebären.

In der hippokratischen Medizin ist die Menstruation wie folgt erklärt:

Frauen haben eine feucht-kühle, weniger aktive Disposition als Männer. Daher stauen sich im weiblichen Organismus kontinuierlich überflüssige Blutmengen und Stoffwechselschlacken, die im Einklang mit dem Mondstand periodisch ausgestoßen werden. Das während der Gravidität nichtevakuierte Blut trägt zur Ernährung der Leibesfrucht bei. In der Zeit des Stillens steht überzähliges Blut im Dienst der Laktogenese.

Viele sahen auch die Menstruation als Folge eines Sündenfalls, sahen die Menstruierenden als unrein und das Blut als Gift. Oft wurde das Zusammensein mit Menstruierenden verboten.

Aber es wurde auch Possitives an der Menstruation gesehen. So wurde das Blut für ein Bad bei Aussatz genutzt. Der Zyklus bewahrte Frauen vor Melancholie, Kopfleiden, Gicht, Wassersucht, Geschwüren u.a. Die reinigende Wirkung der Menstruation führt dazu, dass Frauen länger leben als Männer.

Was benutzten nun Frauen, um das Blut aufzufangen:

Berichtet wird, dass Binden aus Pflanzenfasern, Moos, Flechten, Bast oder Gras benutzt wurden. Auch Binden aus Leinen oder Stofffetzen wurden verwendet. In Ägypten benutzten die Frauen sowohl Binden, als auch Tampons aus Gras. Die römischen Frauen benutzten Baumwolle. Da die Unterhosen im Mittelalter ( wenn überhaupt getragen ) unten offen waren, bastelte Frau sich eine Art Leibgurt, der die Binden hielt.


     Gras - Material für Monatsbinden


Quellen:
- Lexikon des Mittelalters ( Frauen und Sexualität )
- Museum of Menstruation and Women's Health



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